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sandibalandi.de.tl - Tagebuch Nr.16
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01.03.2012
Happy Birthday lieber Dirk 
Liebes Tagebuch!
Nun schreibe ich das erste Mal aus dem Krankenhaus. Wie gut das die neue Station für jeden Patienten Internet hat das freut mich sehr. Nun kann ich sogar von hier aus Tagebuch schreiben. Gestern bekam ich Chemo, und es sah wirklich alles gut aus,doch ab dem Nachmittag bekam ich Schmerzen in den Beinen und im Rücken. In der folgenden Nacht (also letzte Nacht) konnte ich nur drei Stunden schlafen. Ich hatte wieder Schmerzen im Rücken,den Beinen, im Bauch und im Kopf. Ich ging sogar um 4 Uhr morgens in die Wanne und als ich danach wieder auf der Couch lag, war mir klar, heute musst du ins Krankenhaus. Nun bin ich bereits angeschlossen und bekomme Schmerzmittel ach ja: nicht zu vergessen, ich musste mich vom feinsten übergeben so...das war die Kurzform und nun entspanne ich auf meinem Zimmer und habe noch keine Bettnachbarinnen... mal sehen was da auf mich zukommt.
04.03.2012
Liebes Tagebuch!
Nun bin ich den vierten Tag im Krankenhaus, und heute ist es der erste Tag der ruhig ist Anfangs kam viel Besuch, viele aus dem Chemozentrum waren da, Familie und Freunde und bis heute morgen hatte ich eine Bettnachbarin, eine Italienerin (58). Dem entsprechend hatte ich halb Italien auf dem Zimmer )) haha... wie das manchmal so ist. Doch es war nicht nur laut und unentspannend,sondern sie waren auch lieb Diesen Zusammenhalt zu sehen war schön. Es ging der Frau nach zwei Tagen schlechter und ihr Mann rief die Söhne an, es dauerte keine zehn Minuten und alle waren da... irgendwie schön mit anzusehen Zum ersten Mal bin ich allein auf dem Zimmer und ich geniesse die Ruhe. Sonst war es immer so das ich mich gerne mit Patientinnen unterhielt die auch Brustkrebs haben, gerne baute ich sie auf und erzählte ihnen das sie es schaffen und sie danach keinen Krebs mehr bekommen würden... doch nun ist es anders. Auch wenn wir noch immer was gemeinsam haben, fühle ich mich anders als sie... und ich kann die Hoffnung nicht mehr geben die ich vorher immer gab. Ich habe nun zuviele gesehen die Metastasen haben, zuviele mit Rückfällen, zuviele ohne Hoffnung. Doch auch wenn einen diese Diagnose trifft, glaube ich noch immer an Wunder. Und ich habe im Moment so die Schnauze (ups) voll von Schmerzen, Chemo,keine Haare,Fettrollen am Körper,Schwäche,keine Augenbraun... das ich dem Krebs den Kampf erneut angesagt habe!!! Ich hatte ein Leben. Dieses Leben wird gerade vom Krebs zerstört. Doch ich sehe es nicht mehr ein, das zuzulassen! Ich kann mein Leben wieder zurückgewinnen!!! Und wenn ich halt drei Tage warten muss bis die Schmerzmittel anschlagen, dann muss ich das wohl, aber es gibt auch gute Tage... wo ich Blumen pflanzen kann und mit den Kindern in den Wald gehen kann, wo wir das Moos streicheln und die Blätter riechen, die Vögel zwitschern und über die Steine im Bach hüpfen Und nicht zu vergessen, das Meer! Den Sand den man zwischen den Zehen spürt,die warme Sonne auf der Haut und das Salz zu schmecken wenn man mit der Zunge über die Lippen streicht das will ich erleben, und das werde ich. Aber erstrecht meine Jungs. Sie sollen gemeinsam mit ihrer Mama Urlaub machen und jeden Tag geniessen als sei es der letzte... mit einem Lächeln am Abend einschlafen und am Morgen durch das Zwitschern der Vögel aufwachen und auf den Tag freuen 
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