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sandibalandi.de.tl - Tagebuch 72


23.04.2014 Mittwoch Liebes Tagebuch! Wow... tatsächlich bin ich endlich dazu gekommen Tagebuch zu schreiben, zwischen der ganzen Ko***erei Inzwischen passierte so einiges... Zwar nichts Insachen Krebs oder Metastasen, aber das ist ja auch egal, es gibt wichtigeres als Krebs, oder meinst du nicht auch? Umso schöner war es gestern bei der Blutabnahme. Es war wie früher. Lustig, offen und erfrischend. Zwar auch traurig, aber die Freude überwiegte. Denn es waren viele bekannte Gesichter da und wir machten Witze über unsere Perücken und Glatzköpfe. Und es waren auch zwei Damen dort, die ich schon circa zwei bis drei Jahre nicht mehr gesehen hatte. Mit ihnen saß ich mal im Schminkkurs für Chemopatientinnen. Sie sprachen mich an und sagten: Wir kennen uns doch oder? Damals vom Schminkkurs? Tolle Frisur haben sie jetzt. Aber damals sahen sie auch so toll aus, mit ihren Locken und ihrem Haarband, das weiß ich noch ganz genau.... Das freute mich zu hören und auch , das sie gar nicht bemerkt haben, das es eine Perücke ist, die ich da trug. Ja , die Haare sind wieder weg, aber als wieder soviel ausfiel und man schon mehr Kopfhaut als bei meinem Großvater sehen konnte, musste ich sie abrasieren. Das fünfte Mal nun. Zum fünften Mal eine Glatze. Tja, wenn mir das jemand vor 5 Jahren erzählt hätte, hätte ich das nicht geglaubt. Ich? ... die immer lange Haare hatte. Dicke lange Haare Aber nicht nur äußerlich hab ich mich sehr verändert, innerlich würde ich sagen, bin ich nicht mehr wieder zu erkennen. Und mein inneres gefällt mir nun viel mehr als vorher. Denn jetzt weiß ich , was wirklich wichtig ist im Leben. Auf jeden Fall, um wieder zurück zum Thema zu kommen... es war wirklich schön dort im Wartezimmer. Das waren genau diese Gespräche die ich vermisst habe, dort im Chemozentrum. Diese positiven Gespräche waren schon so lange nicht mehr da gewesen. Es war vielmehr das Leid was mir die letzten Monate dort immer begegnete, und oft hatte ich keine Lust mehr dorthin zu fahren. Meist ging ich rein und jeder Schritt den ich tat, dachte ich an meine Daggi. Und nicht nur an Daggi, auch an die vielen anderen, die schon verstorben sind. Jeder Seele der ich dort "Auf Wiedersehen" sagen muss, macht es schwerer dorthin zu gehn. Ich sehe einen Chemostuhl und denke, da saß Frau Königsmann immer... ich sehe eine andere Ecke und denke, dort sah ich Daggi das erste Mal, und dann sehe ich die Liste der Namen, die sich entweder für Blut oder Chemo eintragen müssen, und sehe plötzlich den Nachnamen von Daggi und erschrecke mich... Ich fragte die Schwester und sie sagte: Es ist keine Verwandte von ihr... sie heißt nur zufällig genauso... Ich fasste mir ans Herz und mir schossen die Tränen in die Augen. Daggi war eben etwas ganz besonderes und ich werd sie nie nie nie vergessen, ganz im Gegenteil, auf sovielen Schritten ist sie bei mir und gibt mir sogar ganz viel Kraft. Tja, und als Daggi noch da war, da freute ich mich immer besonders ins Krankenhaus zu fahren, weil wir uns dort trafen und den Weg gemeinsam gingen. Unsere Hände, und unsere Fingernägel fingen gleichzeitig an ganz gelb und dann braun zu werden. Wir lackierten uns die Nägel, was wir vorher eigentlich kaum taten, und zeigten uns jede Woche neue Farben. Wir teilten unser Leid. Wir erzählten uns, wie wir kein Gefühl mehr in den Beinen und besonders in den Füßen haben und das wir zwischendurch sogar gegen die Wand laufen würden... wir bauten uns auf und lachten uns einfach drüber kaputt, wir nahmen es mit Humor und somit war es nicht nur leichter, es war sogar oft schön und einfach lustig. Denn "T"umor ist, wenn man trotzdem lacht Und nun war diese fröhliche Zeit dort irgendwie wie vorbei. Es war oft traurig dort und ich fühlte mich oft einsam. Ich vermisste Frauen die sich anstecken ließen. Sonst erzählte ich einfach den Damen die besonders ängstlich waren, wie es damals bei mir war, und ich erzählte es lustig und ließ natürlich den schrecklichen Teil aus soweit es ging... ich konnte sie aufbauen und anstecken und oft schaffte ich es, das sie fröhlicher wieder gingen, als sie gekommen waren. Ich konnte ihnen Zuversicht und Mut schenken, und das baute mich selbst immerwieder auf. Ich erinnerte mich so auch immer an all das was ich bereits geschafft hatte, und ich freute mich, das ich anderen Mut und Freude schenken konnte. Es war schon immer so, das ich lieber schenkte, anstatt beschenkt zu werden. Zu Schenken iist viiiiiel schöööner. Denn die Freude, die man bei den Menschen sieht, die kommt mehr als nur doppelt ins eigene Herz zurück. Es ist ein so wunderschönes Gefühl, etwas für einen geliebten Menschen zu tun. Aber auch wenn man diesem Menschen das erste Mal begegnet, kann es etwas ganz besonderes sein, ihm ein Lächeln zu schenken. Diese Freude bekam ich heute in einem Drive In geschenkt. Ich und meine Schwester waren unterwegs. Auf der Fahrt im Auto fiel mir unsere wunderschönen Urlaube in Frankreich ein. Denn immer wenn ich Autobahn fahre, muss ich an Frankreich denken und an die 12 Stunden-Fahrt, die für uns immerwieder aufregend und voller Vorfreude war. Ich sagte zu ihr: Ich wünschte mir, das es 18 Jahre vorher wäre. Ich wäre jugendlich, wir hätten Sommerferien und würden jetzt wie damals vollbepackt nach Frankreich fahren. Einfach mit dieser riesen Vorfreude, keinerlei Sorge ums Geld oder Sorge ums Auto.. einfach freuen, träumen und erleben... Es war einfach nur das allerschönste auf der Welt damals. Wochen vorher freuten wir uns schon. Wir kannten den Campingplatz ja schon von ganz klein auf. Dort lernten wir Fahrrad fahren, schwimmen, Fische fangen und das schönste: sich zu verlieben haha... Eine Urlaubsliebe war damals das Größte und allerschönste Aber nicht nur das. Auch das wir mit vielen Freunden und Verwandten diese Wochen dort verbrachten. Und Sonntags waren wir die einzigsten auf dem ganzen Campingplatz, die sehr früh aufstanden, um in die nächst größere Stadt Bordeaux zu fahren, um dort in die Kirche zu gehen. Jahr für Jahr erlebten wir dort einfach nur die schönsten Tage unseres Lebens. Vom Atlantik und seinen Wellen träume ich heute noch und es wird wahrscheinlich für mich immer der schönste Ort der Welt bleiben. Jetzt bin ich natürlich komplett von meiner eigentlichen Geschichte von heute abgeschweift, aber von Frankreich könnte ich ewig schreiben... Nun gut, zurück zum Thema. Auf jeden Fall redeten wir im Auto über Urlaub und damals und kamen auch drauf zu sprechen, das heute alles anders ist. Nicht nur das wir nun erwachsen sind, sondern auch, das wir uns das niemals leisten können und unseren Kindern solch einen Urlaub nie ermöglichen können. Auch das es Menschen gibt, die einfach mehrmals im Jahr in den Urlaub fliegen können und sich so richtig erholen können. Sie können wie selbstverständlich bei Facebook posten " Ich bin jetzt am Flughafen und wir sind dann mal weg" und wenige Stunden später posten sie das Meer und schreiben " es ist herrlich warm hier.." Es ist wunderschön für diese Menschen und ich freue mich für jeden der Urlaub erleben darf. Ich freue mich auch über jeden der gesund ist... keine Frage... nur in diesem Moment, saßen meine Schwester und ich im Auto und sehnten uns auch nach diesem Glück. Nun saßen wir dort im Auto, fuhren, dachten... und kamen wieder bei dem gleichen Gedanken an: haha... wie sollen wir uns das jemals leisten können? Wir können froh sein, das wir, nun am 23ten, fast am Ende des Monats, noch ein paar Euro übrig haben, um bei Mc Donalds etwas zu trinken zu holen... denn es war heute echt sauheiß im Auto und wir hatten alle nen mega Durst. Also sagten wir großzügig: Wat kost die Welt, wir fahren jetzt in den Drive In und gönnen uns `ne Fanta Als ich unsere Bestellung aufgab, hörte ich schon das ein Mann aus Indien mit uns sprach und ich war gespannt auf das passende Gesicht zur Stimme. Ein paar Meter weiter kamen wir bei dem fröhlichen Mann an. Er bot uns noch frische Cookies für zwei Euro für die Kinder an, aber wir sagten: Nein danke. Dann fragte er: Und ein Luftballon für den Kleinen? Meine Schwester sagte: Nein. Und er grinste uns an und sagte mit seinem lustigen Akzent: Spielverderberin! Wir mussten so sehr lachen und er auch. Es war so erfrischend und schön. Dieser Mann hatte wirklich Freude an dem was er da tat. Und man hatte das Gefühl, das er nur drauf wartet, das Kinder im Auto sitzen, denen er eine Freude machen kann. Dann gab er uns noch ein paar Weingummis und sagte: Hier haben sie wenigstens ein paar Bonbons Danach sagte ich: Dieser Mensch hat mir gerade den Tag gerettet. Eigentlich waren wir total schlecht drauf. Ich, gerade bei dem Gedanken nun nach Hause zu fahren. Ich hasse im Moment meine Wohnung und dieses Haus. Ein Hochhaus ist wirklich nichts für mich. Diese Art von Menschen mit denen man hier lebt.... nein... ich kann es einfach nicht. Wie sehr ich auch dafür bete... sie strahlen soviel Unzufriedenheit und Hass aus. Soviel Aggresivität die hier ist... das macht mich so unruhig und unglücklich. Ich kann nicht mal auf den Balkon, denn unter mir wird auf dem Balkon geraucht, sowie neben mir auch, es zieht zu mir und ich muss mich fast übergeben. Im Wohnzimmer, sowie in allen anderen Räumen auch, höre ich die Nachbarn sich anschreien, jeden Tag mehrmals. Wenn ich baden gehe und denke, jetzt müssen deine Knochen sich mal erholen, dann höre ich den Mann von unter mir auf dem Klo sitzen, wie er seine Frau und die Kinder anschreit, das er nicht mal in Ruhe aufs Klo gehen kann.... das ist alles noch Milde ausgedrückt. Gestern, nachdem ich mich vor lauter Übelkeit mal wieder übergeben musste, meine schwarze Wimperntusche dann um zwei Zentimeter nach unten Rutschte, weil mir gleichzeitig die Tränen liefen, und meine Augenbraun dann auf dem Handtuch landeten, weil ich mir das Gesicht danach gewaschen hab.... klingelte es an der Türe. Ich ging schweißgebadet und völlig fertig, glatzköpfig, zur Türe. Dort stand die alte Dame vor mir, die direkt neben uns wohnt. ich sagte: Oh Hallo. Und sie schaute mich sehr böse an und fing an zu schimpfen: Also, es ist mir scheiss egal das sie vor ihrer Türe viel Sand liegen haben, aber das der ganze Aufzug nun auch voller Sand ist, das geht gar nicht. Ich lebe nun 25 Jahre hier, aber das hab ich noch nicht erlebt. Wenn ihre Kinder im Sand spielen, dann müssen sie das draußen vor der Türe lassen und nicht im Aufzug. Das ist eine Unverschämtheit.... Sie wiederholte sich circa 10 bis 15 Mal. Ich entschuldigte mich für die Kinder, holte eine Kehrschaufel und kehrte alles weg. Natürlich im Schneckentempo und völlig erschöpft. Sie hingegen, schaute mir dabei zu und meckerte weiter: Wenn das nicht aufhört, dann werde ich das dem Verwalter sagen. Sowas muss man den Kindern sagen das das nicht geht.... Danach holte ich noch den Staubsauger und saugte sogar noch alles aus den Ecken. Ich glaube, das diese Ecken in den 25 Jahren noch nie einen Staubsauger gesehen haben. Ich sagte ihr danach, das sie uns bald los ist, weil ich eh wieder ausziehen würde. Zwischendurch hatte ich noch das Gefühl, das ich gleich wegen meinem Kreislauf zusammenbrechen würde, doch die Wut über diese Frau war größer und ließ mich weiter aufrecht stehen. Obwohl man das nicht als "aufrecht stehen" bezeichnen kann. Das krasse fand ich, das ihr wohl mein körperlicher Zustand völlig egal war und sie nicht einmal sah, was sie da vor sich hatte. Immerwieder einfach nur UNGLAUBLICH, was es für Menschen gibt. Diese Unterschiede. Manchmal ist es kaum zu ertragen. Diese Welt in der wir leben... unfassbar... Doch GOTT SEI DANK gibt es auch das Gegenteil. Es gibt Menschen, und ich bin froh, das ich diese Freunde und Familie nennen darf, und oft sind es auch Menschen denen ich das erste Mal begegne, die gutherzig und großzügig sind. Die mitfühlend sind und einen soviel Anerkennung, Dankbarkeit, Mut, Hoffnung und Zuversicht entgegen bringen... ich bin so froh, das die Welt nicht nur aus meckernden alten Damen besteht, oder sich auf dem Klo sitzenden Männern, die Frau und Kinder anbrüllen... Ich bin auch, weiß Gott, nicht perfekt und ich war auch schon ungerecht und fies zu anderen Menschen, ganz bestimmt. Doch ich versuche es jeden Tag besser zu machen und versuche hinter die Fassade zu schauen... Ich will nicht sagen das ich besser bin als die Dame oder der brüllende Herr! Ich würde mir nur wünschen, das die Menschen einander mit mehr Respekt behandeln würden. Ich dachte immer, das man kranke Menschen nicht schlecht behandeln würde... haha... oh nein, diese Welt ist sowas von grausam. Manche Menschen, und oft ist es in der Kindheit schon so, das sie sich die Schwächsten raussuchen, sie hacken gerade auf den kranken und schwächsten herum. Warum? Vielleicht ist das ihre einzigste Möglichkeit, mal stärker als der andere zu sein. Vielleicht wartete die Dame ja 25 Jahre auf mich. Vielleicht konnte sie nie ihre Wut an jemand anderem raus lassen. Vielleicht wurde sie immer unterdrückt und musste immer das tun, was andere von ihr verlangten. Vielleicht hatte sie immer die Kontrolle und immer einen sandfreien Aufzug. Tja, bis ich die alleinerziehende Mutter kam, mit den zwei Jungs, die viel zu oft raus gehen, zu oft spielen, zu oft klingeln und zu oft andere Kinder zu Besuch da haben.... Und diese Kinder waren so unverschämt und trugen sogar den Sand unter ihren Sohlen mit in den Aufzug. Nun hatte sie es geschafft aufzustehen. Sie hatte es geschafft sich Luft zu machen. Sie hatte es geschafft alles was sie auf dem Herzen hatte, sogar mehrmals zu sagen, denn es hatte sich ja immerhin schon ein paar Stunden aufgestaut, aber vielleicht war es eine Wut, die sich schon 25 Jahre aufstaute und der Sand war nur das "i-Tüpfelchen" .... ich hoffe das sie sich danach besser fühlte und sich jetzt jeden Tag freut, wenn die Kinder den Aufzug saugen Und ich konnte mir nun hier in meinem Tagebuch Luft darüber machen und jetzt kann ich auch darüber grinsen und insgeheim, tut mir die alte Dame nun echt Leid. Ich glaube sie ist ein trauriger Mensch. Denn wenn ein Aufzug einem schon so ans Herz gewachsen ist, wie wenig muss sie dann in ihrem Leben haben? So, und nun wieder vom Thema abgeschweift... Es schreibt sich übrigens sehr flüssig auf dieser kleinen Tastatur, nur leider hab ich bei diesem neuen Teil ,was ich da vom Osterhasen bekommen hab, noch nicht herausgefunden, wie ich die Schrift wieder so hinbekomme, wie vorher... ich hoffe es geht einigermaßen zu lesen. Wenn ich weiß wie ich es wieder so hinbekomme, wie es einmal war, dann werde ich die Texte wieder ändern, das alles so ist wie es war. Leider ist der Text nun noch sehr klein und nicht die gewohnte Schrift, doch ich gelobe Besserung. Mir war erstmal wichtig wieder schreiben zu können, und ich kann es jetzt ))) du kannst dir gar nicht vorstellen, wie gut das tut, einfach alles von der Seele tippen zu können. Für mich immernoch die beste Art zu verarbeiten und vor allem, mich hochzuziehen und aufzubauen. Oft war es so, das ich etwas berichten wollte und dann plötzlich ganz andere Sachen aus mir raus sprudelten, so wie es jetzt auch wieder war. Es sind nun drei Zyklen der Paclitaxel mit Carboplatin hinter mir. Das waren insgesamt wieder 6 Chemo`s . Oft ging es mir sehr dreckig und das schlimmste waren die Magen- und Darmschmerzen, die Übelkeit und das Erbrechen. Oft hatte ich in der Zeit noch ne Grippe, Erkältung oder ein Magen-Darmvirus noch dazu. Das ist aber völlig klar bei dem schwachen Immunsystem. Bzw eigentlich hab ich gar kein Immunsystem mehr. Hat mein Körper überhaupt noch irgendein System??? Ich glaube nicht. Er kennt nur noch Schmerzmittel, Betäubungsmittel und Gift. Etwas gesundes oder gutes nimmt er glaub ich gar nicht mehr auf, und wenn , dann ist es zuwenig davon um ein Gleichgewicht zu schaffen. Auf jeden Fall, war es gestern eine echt tolle Blutabnahme, also eine gute Zeit im Wartezimmer, wieder wie früher. Viele waren fröhlich über das Wetter und viele, die ich von früher kannte, oder die ich noch nicht lange kenne, waren erfreut mich zu sehen und stellten viele Fragen, dann war eine sehr junge Frau da, die mich zum ersten Mal sah und hörte aufmerksam zu. Für sie schien es eine ganz neue Welt zu sein und man sah ihr an, das sie lieber an einem anderen Ort wäre und das sie diese Krankheit und dieses Schicksal noch nicht für sich annehmen konnte, Sie wurde, wie alle in diesem Wartezimmer einmal, komplett aus dem Leben gerissen und sah nun eine völlig andere Welt. Das was dort an Informationen und Emotionen auf sie zukam, war sie nicht gewachsnen und ich sah ihr an, das sie froh war, als sie aufgerufen wurde und danach das Krankenhaus wieder verlassen konnte. Dabei hätte ich ihr gerne ein Lächeln geschenkt, doch nicht jeden kann man ermutigen, aber vielleicht ein anderes Mal. Dafür hatte ich das Gefühl, das ich ermutigt wurde. Durch die zwei Damen, die mich aus dem Schminkkurs kannten. Wir drei saßen am Ende allein im Wartezimmer. Ich wartete auf die Ärztin die mit mir sprechen wollte, und die zwei Damen warteten darauf, das sie den Port gespült bekommen würden. Denn die beiden waren nun schon länger gesund und kommen nun nur noch zum Port spülen. Das wäre ein Traum für mich, nur noch zum Port spülen zu kommen. Das sagte ich ihnen auch und wir kamen weiiter ins Gespräch, was sehr schön und angenehm war. Wir sprachen über Gott und Jesus und über die Menschen. Sie freuten sich auch mit mir darüber sprechen zu können, denn die eine Dame sagte: Wissen sie, eigentlich kann man heutezutage gar nicht mehr über Gott sprechen, das ist sooo traurig. Deshalb freu ich mich gerade sehr, das wir darüber sprechen können. Es freute mich sehr und es war ein sehr interessantes Gespräch. Und was mich am meisten freute war hinterher die Aussage: Man merkt es ihnen an das sie GLAUBEN. Ein schönes Kompliment für mich. Denn ich denke, es ist wichtig das man Glaubt. Denn was wären wir ohne Glauben? Ich könnte mir mein Leben ohne Glauben nicht vorstellen. Am meisten fällt es mir auf, wenn jemand stirbt. Ich war schon auf so einigen Beerdigungen und mir taten die Menschen so unendlich leid, die denken, sie würden diesen Menschen nun nie wieder sehen. Es muss entsetzlich sein, wenn man so denkt und nicht daran glauben kann, das es ein Leben nach dem Tod gibt. Sie sagen zwar sie glauben nicht an Gott, doch oft erlebte ich, das sie ihm dennoch die ganze Schuld an allem geben. Hmm.... aber wenn man doch sagt: Warum lässt er das denn zu? Heißt es doch eigentlich, das sie doch denken, das da jemand ist, oder? Vielleicht glauben sie nicht an Gott wie er es sich wünscht, sondern nur so wie sie es zulassen und wollen. Klar, den Verstand hat er uns gegeben, doch heißt es deshalb, das wir ihn damit verstehen können? Heißt Glauben denn Verstehen? Es heißt oft: Glauben heißt nicht Wissen! Und kann man wenn man glaubt denn auch gleichzeitig verstehen? Ich kann sagen, ich glaube. Ich verstehe ihn aber nicht. Doch ich vertraue ihm und glaube daran, das er keine Fehler macht. Und das was ich jetzt nicht verstehe, werde ich aber eines Tages verstehen... daran glaube ich. Und ich kann es nur empfehlen Nun haben wir schon den 24. April , 1.30Uhr, und morgen hat meine kleine Schwester Geburtstag. Ich überlege, wie ich ihr eine Freude machen kann. Und sofort ist mir etwas eingefallen. Sie ist mit wenig zufrieden , mit sehr wenig. Ich glaube es ist der einizigste Mensch den ich kenne, außer meinem Papa, die mit so wenig so zufrieden ist. Und seitdem sie Mutter ist, zählen nur noch ihre Kinder. Sie vergißt sich selbst oft dabei völlig, so wie meine Mama sich auch komplett vergißt. Immer nur das Glück der Kinder im Herzen und im Kopf. Meine Mama ist gerade in der Türkei, nur wenige Tage, doch ich weiß genau was sie denkt, das was sie immer denkt. Sie steht vor dem Meer und wünscht sich, das ihre Kinder das auch erleben könnten. Und wie immer erzählt sie uns alles nach dem Urlaub und das sie ständig an uns denken musste, weil sie sich gewünscht hätte, das wir uns auch erholen könnten und einfach mal nur genießen könnten. Dann sagen wir immer bestimmend zu ihr: Man Mama, du sollst nicht an uns denken, du sollst abschalten und geniessen. Und sie sagt: Nein, das kann ich nicht. Ich denk nur daran wie krank du bist (ich) und welch schwere Zeit hinter dir (meiner Schwester) liegt und wünschte mir dann, ihr wärt auch hier und müsstet mal gar nichts machen! Ich denke immer an Euch! Das können viele bei ihr nicht verstehen und es gab schon einen Menschen, der es Affenliebe nannte, doch auch das ist ihr egal, denn sie kann gar nicht anders. Sie ist und wird immer die Mutter sein, die sich jeder wünschen würde. Natürlich wünschte ich mir, das sie mehr für sich tun würde und auch könnte. Doch jedes Kind, würde sich diese Mutter wünschen. Und als ich früher Freunde daheim hatte und sie meine Mama richtig kennenlernten, sagten sie: Ich wünschte ich hätte solch eine Mutter. Eine Freundin sagte sogar immer zu ihr: Bitte adoptiere mich! Und noch heute ist es so, das gewisse Freunde kommen und sie vorher sagen: Ich hoffe deine Mutter ist da und trinkt nen Wein mit uns. Tja, sie ist eben etwas ganz BESONDERES. Und nur durch sie hatte ich diese wundervolle Kindheit, diese Urlaube, dieses warmherzige Zuhause, diese Erziehung und diesen starken Glauben. Natürlich auch durch meinen großartigen Vater, der uns unendlich viel ermöglichte. Auch er war ein fantastischer Vater. Wir Kinder waren immer das Wichtigste für meine Eltern. Ihr Ziel war immer: Die Kinder glücklich machen!!!! Und das schafften sie. Wir wurden streng erzogen, dennoch mit besonderen Freiheiten in der Jugendzeit und einem gewissen Vertrauen was uns entgegen gebracht wurde. Es wurde immer versucht uns zu verstehen und wir konnten mit meiner Mama über alles reden. Mein Bruder konnte sogar zu ihr gehen und sagen: Mir ist angeboten worden zu rauchen, und ich überlege ob ich es tun soll. So war es auch mit viel schlimmeren Dingen. Und auch als es gemacht wurde, man abrutschte... wir konnten sogar völlig betrunken zu ihr kommen... und danach, als man wieder klar im Kopf war, wurde über alles gesprochen. Es gab immer für jedes Problem eine Lösung. Mit Strenge aber unendlich viel Liebe und Vertrauen, wurden wir erzogen und uns war immer klar, so wie sie es machten, so wollen wir es auch machen. Ich kann sagen, mir ist es nicht gelungen. ich bemühe mich, doch einiges ist eben nicht wie es früher mal war und einiges brauche ich nicht zu erwähnen, das ich manchen gar nicht schaffen KANN. Ich kann nur sagen, es ist schon hilfreich einen Ehemann zu haben, der hinter einem steht und alles für die Familie tut. Und so materiell es auch ist, Geld beruhigt ungemein. Denn wenn man keine finanziellen Sorgen hat, dann .... tja... dann sieht die Welt ganz anders aus. Haha... dann könnte ich jetzt sagen: jippie, erst am 6.5. ist CT, ich flieg mal nen paar Tage weg ... kicher.. das wäre unglaublich. Nein, es wäre ein Traum. Ja, und es war ein Traum, so wie wir aufgewachsen sind. Einfach nur traumhaft. Meine Schwester und ich sagten im Auto: Das können wir uns gar nicht vorstellen, wie es wäre keine finanziellen Sorgen zu haben..... In diesem Moment dachte ich: Welches Glück meine Eltern einmal hatten.... Und jetzt? Jetzt haben sie mehr Sorgen denn je. Sie hätten auf alles verzichtet, wenn alle gesund geblieben wären. Doch Gesundheit kann man nicht kaufen.
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