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sandibalandi.de.tl - Tagebuch Nr. 85


Montag der 10.11.2014, liebes Tagebuch! wie jeden Abend bin ich hundemüde, obwohl, Abend? ... eigentlich bin ich nicht nur am Abend müde, sondern am Tag auch. Das liegt leider am Morphium. Ich nehme ja Morphium in Form von Tabletten, diese nehme ich ja schon fast zwei Jahre und bin daran schon gewöhnt. Doch nun nehme ich seit einigen Wochen, genauer gesagt seit dem 1.10.2014 nehme ich noch zusätzlich ein Nasenspray dazu, es heißt Pec Fent, auch ein Morphin. Es wirkt sehr schnell und erreicht sehr gut die üble Schmerzspitze, jedoch wurde mir anfangs davon immer sehr schwindelig, sodas der Tag danach gegessen war und ich nur noch auf der Couch oder im Bett liegen konnte. Zuerst dachten wir, die Ärztin , die Schwester und ich, das ich mich erst daran gewöhnen müsse, jedoch stellte sich zudem noch raus, das ich zuwenig trinke. Hmm, eigentlich vergesse ich das Trinken manchmal komplett. Das darf natürlich gar nicht sein und dann ist natürlich klar, warum mich das ganze Zeug komplett umhaut. Also bekomme ich seit einer Woche jeden Tag einen Liter Flüssigkeit durch eine Infusion daheim und den Rest muss ich mir leider reinzwingen. Es wäre ja kein Problem wenn ich Bier trinken dürfte, ja, da würde ich auf nen paar Liter pro Tag kommen kicher... nein, Scherz beiseite... mir schmeckt einfach nichts, besonders nicht einfaches Wasser. Auf Zucker versuche ich zu verzichten, da der Krebs Zucker liebt und ich ihn nicht noch verwöhnen möchte, denn ich denke, er fühlt sich bei mir schon pudelwohl und hat sich schon ein prächtiges Zuhause geschaffen. Solange er dieses Zuhause nicht ausbaut oder anbaut, hab ich ja nix dagegen, noch merke ich ihn in der Lunge noch nicht, sowie ich ihn 2011 gemerkt hatte... Wenn er in der Lunge so bleiben würde, denke ich, kann ich mit ihm sogar alt werden... Die Viecher unterm Arm allerdings machen mir echt zu schaffen. Diese Schmerzen sind ein echter Wahnsinn. Nie hätte ich gedacht das mein Arm mal so aussehen würde, nie hätte ich gedacht, das mein ganzer Körper so aussehen würde. Jedoch muss ich sagen, das ich mich vollkommen mit meinem Körper abgefunden habe. Es ist mir egal ob ich 30 Kilo mehr habe als früher. Mir ist es egal ob ich kurze oder lange Haare habe, Hauptsache ich hab zwischendurch mal welche. Egal das meine Augenbraun aus einer Dose im Drogeriemarkt sind. Wie sehr man sich über Wimpern freuen kann, hab ich vor wenigen Wochen mal wieder festgestellt. Jeden morgen schaue ich sie mir aus der Nähe im Spiegel an und fasse sanft über sie und kann kaum glauben, das ich endlich wieder einen Ausdruck im Gesicht habe, man sieht ohne Wimpern und ohne Augenbraun wie ein Geist aus. Auf dem Kopf sind meine Haare mittlerweile auch wieder da. Zum fünften Male sind sie nun um die 10mm kurz. Und ich glaube, nochmal trenne ich mich nicht von ihnen. Es hat sich vieles geändert muss ich sagen. Meine Einstellung zur Chemotherapie, zum Krankenhaus, die Untersuchungen und die vielen Blutabnahmen... Ich kann und ich will das alles einfach nicht mehr. Ich sag nicht das iich nie mehr ins Krankenhaus gehe, nie wieder eine Chemo mache... aber im Moment kann ich es mir überhaupt nicht mehr vorstellen. Ich bekam soooo viele. Meine letzte Chemo bekam ich im August. Ich bekam eine wöchentliche Chemo. Es ging mir danach sechs Tage schlecht, dann kam der eine Tag wo es mir gut ging, diesen hab ich ganz besonders mit meinen Kindern genossen und dann kam die Nacht vor der Chemo, unruhig geschlafen mit dem Wissen, ab morgen geht es mir wieder sechs Tage beschissen. Man fühlt sich nicht mehr lebendig. Man fühlt sich als würde man bald sterben. Lebensqualität gleich null. Trotzdem versuchte ich immer das Beste daraus zu machen. Jeder Moment wo ich beim Essen mit am Tisch sitzen konnte war besonders, jede Umarmung meiner Jungs war wie ein Wellnesstag für die Seele, jedes Lachen der Kinder ein Lichtblick, das große Ziel es noch einmal erleben zu dürfen. Immer Schritt für Schritt zum nächsten schönen Moment den man erleben darf, aber trotzdem auch die Sorge, wie sehr belastet es die Kinder, fühlen sie wie schlecht es mir wirklich geht? Ich wollte das alles nicht mehr. In der Hoffnung auf einen guten Befund ging ich im August zum CT Thorax (Lunge). Leider sagte der Arzt mir das die Lungenmetastasen wieder gewachsen sind. Trotzdem dachte ich sofort, ich kann aber keine Chemo mehr machen. Oft lag ich einfach nur auf der Couch und spürte wie mein Herz stolperte, es krampfte, der Brustkorb schmerzte. Ich fühlte wie das Blut ganz anders durch den Körper lief und wie dieses Gift meinem Körper großen Schaden zugefügt hatte. Würde mein Körper sich überhaupt mal wieder erholen? Steht bald auf meinem Grabstein "sie verstarb an der Chemo, denn sie wollte nicht an Krebs sterben"? Nein, ich konnte keine einzige Chemo mehr in mich reinlaufen lassen!!! Für mich stand fest, jetzt erstmal Pause. Wie lange? Keine Ahnung, solange ich möchte !!!! Einfach so! Ich traf mich mit unserem lieben Bischof und meinem Hauspriester. Der Bischof sagte: Sandi, was soll ich sagen, was rate ich dir? Ich sag dir: LEBE in den Tag hinein. Und das ist auch das was ich fühle und wonach mir ist. In den Tag hinein LEBEN!!!!!! Einfach nur LEBEN. Zwei bis Dreimal die Woche ins Krankenhaus fahren, nur Menschen zu erleben die sterbenskrank sind, die alle nach und nach sterben... nein, das ist kein Leben. Ich habe zwar jetzt jeden Tag Schmerzen und muss starke Medikamente nehmen, aber ich LEBE mehr als in den letzten Monaten mit Chemo. Krass war mein Traum vor zwei Tagen. Ich träumte ich saß im Chemozentrum auf dem Chemostuhl. Ich sah hoch und sah die Chemoinfusion, sie lief in mich hinein. Meine Mutter saß bei mir und mir wurde bewusst, ich bekomme gerade wieder dieses Gift. Ich schrie voller Panik zu meiner Mutter: Mama, das darf nicht sein. Ich bekomme das Gift, das überlebe ich nicht. Das darf nicht sein. Es ist nun zu spät, es ist in mir... Mamaaaa..... Schreie, Verzweiflung und große Panik, wahnsinnige Todesangst war in mir, das hatte ich noch nie verspürt. Ich wacht auf und mir wurde total bewusst, das ich es glaub ich nie mehr kann. Ich weiß es nicht genau, aber zum ersten Mal verspüre ich richtige Angst davor. Vor etwas was ich Jahre wie selbstverständlich manchmal jede Woche gemacht habe. Etwas worüber ich jeden Tag redete, wozu ich Menschen geraten hatte, wovon ich überzeugt war, das mir dieses Zeug mein Leben gerettet hatte.... davor nun Panik und Todesangst. Selbst dieser Gedanke beängstigt mich nun sehr. Denn was ist, wenn alles voller Metastasen sein wird? Was werde ich tun? Wie reagiere ich. Ziehe ich dann den Kampfanzug wieder an und sag Tschakkaaa... und nochmal??? Aber ehrlich gesagt, schiebe ich diese Gedanken tagtäglich weit weg. Ich geniesse die Momente mit meinen Jungs so sehr. Wenn sie in der Schule sind, auf dem Spielplatz oder bei ihrem Papa, dann vermisse ich sie wahnsinnig. Und wenn sie heim kommen, dann freue ich mich , als wären wir drei Wochen getrennt gewesen. Ich glaube mittlerweile das ich sie mehr brauche, als sie mich. Sie geben mir Kraft, Freude, Lebenswille, Glaube, Wärme und sovieles mehr. Sie geben mir alles was ich brauche. Jeden Tag die letzten Wochen hab ich mir so sehr gewünscht mal wieder Tagebuch schreiben zu können. Wieviel hab ich die letzten Jahre hier rein getippt? Seite um Seite. Ich konnte mir alles von der Seele schreiben und gab mir selbst immer wieder damit neue Kraft um weiter zu machen. Es tut gerade richtig gut , dieses Geräusch des Tippens ist gerade so wundervoll für mich Heute ging ich mit Jaque und einer Freundin durch den Wald. Es war ein herrlicher Herbsttag und es war einfach nur wundervoll. Die Sonnenstrahlen, die Pferde, Schafe, ein Gespräch mit einer Bäuerin, frische Äpfel gegessen.... das ist Leben! Wegen der unsagbar starken Schmerzen habe ich wochenlang nicht geschrieben. Heute jedoch hab ich es nicht mehr ausgehalten, ich musste schreiben, egal wie stark der Schmerz nun ist, die Freude des Tippens überwiegt trotzdem. Zu sehr wurde ich heute an liebe Freunde und mein Tagebuch errinnert, alle die, die ich nur durch dieses Tagebuch kennenlernen durfte, die mir dadurch nahe sind, die mit mir verbunden sind, sie gaben mir heute wieder soviel Freude. Wieder einmal wusste ich, ich bin nicht allein. "You never walk alone" Dieser Satz sagt so unendlich viel aus. Dieses Lied sang ich schon mit tausenden von Fans im Stadion. Aber das diese Worte einmal, eine ganz andere Bedeutung für Mich haben würden, nein, das hätte ich mir mit 16 nicht vorstellen können. Ich hatte zwar immer seit frühester Jugend gesagt: Ich werde einmal sterbenskrank werden... Aber wie es in Wirklichkeit einmal sein würde, das hätte ich mir nie vorstellen können. Vorallem, wieviele liebe Seelen man durch ein Schicksal, eine Krankheit, kennenlernen darf. Wieviel Liebe, Hilfe und Freude einem dadurch zuteil wird, das ist unfassbar. So etwas großes und Besonderes auf dieser Welt. Im Ende suchen wir alle nach Liebe und Zuneigung. Mehr will ein Mensch doch nicht, oder? Ein jeder möchte nur geliebt werden. Wieviele Menschen sind psychisch krank und woran liegt das, womit hat es immer irgendwie zutun? Mit dem das man sich zuwenig oder gar nicht geliebt fühlt. Natürlich ist das nicht die einzigste Ursache, aber ich glaube, das die Liebe alles heilen und retten kann. Glaube - Liebe - Hoffnung , was sind wir ohne diese drei Bausteine? Und das größte unter ihnen ist nunmal die Liebe. Viele fragen mich in letzter Zeit: Und wie geht es jetzt weiter? Du musst doch einen Plan haben?!! Hmm... ich zucke mit den Schultern und sage, nein, ich hab keinen Plan. Ich Lebe nur einfach. Natürllich versuche ich auf einiges zu achten, Ernährung, in der Natur sein, mich mit den Menschen umgeben die mir wichtig sind, meine Kraft nicht verschwenden und mich nicht von anderen aussaugen zu lassen... Na gut, eines muss ich doch sagen, es gibt schon eine Art Plan. Ich fahre einmal die Woche, wenn ich es schaffe, zu einem Heiler. Jetzt denken manche: Jetzt spinnt die völlig Es darf jeder denken und fühlen was er möchte. Er fand mich, nicht ich ihn. Er ist barmherzig, warmherzig, hilfsbereit und voller Nächstenliebe. Er sagte: Ich bekam diese Gabe umsonst, also gebe ich sie umsonst weiter. Er möchte nur kranken Menschen helfen und das beeindruckte mich. Zuerst schrieben wir nur übers Internet, dann haben wir uns Sprachnachrichten geschickt, denn von meinem Zuhause aus, kann ich nicht telefonieren. Zum ersten Mal fuhr ich allein zu ihm. Es sind leider über 100km... aber was tut man nicht alles um gesund zu werden, oder den Krebs in Schach zu halten?! Ich hatte ein gutes Gefühl dabei und vertraute auf meinen Engelschutz. Schon das erste Handauflegen war so angenehm und warm. Als er auf den kranken Arm ging und in Richtung Metastase war, brannte die ganze Metastase wie Feuer. Dann zog er die Finger weg und es fühlte sich an, als wäre er in der Metastase gewesen und hätte nun alles rausgerissen. Danach fühlte ich mich sehr müde und die ersten Tage zeigten eine Erstverschlimmerung, die er aber vorausgesagt hatte. Nach einigen Tagen aber, beruhigte sich alles wieder und bis jetzt ist die Metastase, bzw die Metastasen unterm Arm nicht weiter gewachsen. Bis jetzt war ich zweimal bei ihm und übermorgen fahre ich das dritte mal hin. Jeden Tag stehen wir über Handy in Kontakt und er beschäftigt sich sehr damit, mir zu helfen gesund zu werden. Noch nie traf ich so einen Menschen. Man sieht es ihm nicht an. Er sieht völlig normal aus und ist völlig normal. Er betont immer wieder, das ich jeden der Hilfe bräuchte und der möchte, den oder die kann ich immer mitbringen. Er möchte nur aus Nächstenliebe helfen. Für so viele Menschen auf der Welt ist Nächstenliebe ein komplettes Fremdwort. Ich weiß zwar auch nicht wohin mich diese Reise, ich nenn es mal so, führen wird. Aber bis jetzt gab er mir Hoffnung und Zuversicht. Ich bekam eine innerliche Ruhe und Gelassenheit.. Wenn die Menschen um dich herum wegsterben wie die Fliegen und sie haben die gleiche Krankheit wie du, dann ist es sehr schwer dabei gelassen und ruhig zu bleiben. Ich war schon immer ruhiger als so manch einer mit dieser Krankheit, doch so ruhig und entspannt wie gerade bin ich noch nie gewesen, und das verdanke ich auch "meinem Heiler". Es ist wichtig, das man die Zeit die einem gegeben ist, auch geniessen kann. Wenn ich nun wüsste, ich hab noch ein halbes Jahr zu leben, wäre ich dann gelassen? Wäre ich damit zufrieden? Deshalb ist es gut, das niemand von uns weiß, wann es soweit ist. Doch der Tag wird kommen, für jeden von uns. Doch was ist, wenn man daran glaubt, das dies nicht das Ende ist, sondern ein Anfang? Der Beginn der ewigen Herrlichkeit. Hat man dann noch Angst? Wünscht man sich nicht dann oft, "Kann dieser Tag nicht heute sein?" Manche halten so sehr an dieser Welt hier fest, weil sie denken, das es nur das hier gibt. Ich glaube nicht daran. Und ich bin froh, das ich einen Glauben habe, der mir immer wieder den Weg weist. Der mich stärkt und mir Halt gibt. Was wäre sonst der Tod für mich? Es wäre ein großes schwarzes Loch, ein Punkt, der Endpunkt meiner tiefsten Ängste. Oh man, Gott sei dank kenne und kannte ich diese Angst noch nie. Noch nie hatte ich Angst vorm sterben. Mittlerweile fragte ich mich nur, weil ich schon soviel mitbekommen hab, wie Krebskranke leiden mussten, bis sie erlöst wurden, wieviel man davon bewusst mitbekommt und ob man den Moment des Abschiedes noch richtig wahrnehmen kann. Man möchte seinen Lieben ja noch tausend Dinge sagen. Meinem Papa geht es sehr schlecht und er wünscht sich, diese Welt zu verlassen. Nur ich rede mit ihm offen darüber und ich glaube, er ist froh das er es offen zu mir sagen kann. Ich weiß was es heißt jeden Tag Schmerzen ertragen zu müssen. Er weiß was auf ihn dort oben wartet und ich glaube, er freut sich richtig drauf. Er weiß das wir uns wiedersehn. Und er weiß, das er als erstes wieder bei seiner Mama sein wird. Dann wird er seinen Vater wiedersehn, den er das letzte Mal als sehr kleiner Junge gesehn hatte. Sein geliebter Bruder wird dort sein und viele unserer Lieben. Wenn man an das glaubt, was Jesus einmal sagte, dann brauchen wir vor dem Tod keine Angst haben. ich weiß noch, in der Nacht vor meiner Hirn OP telefonierte ich mit meinem Großcousin. Ich sagte ihm, das ich zum ersten Mal Todesangst hätte, und er sagte: Mein Papa (er ist Priester) sagte, wovor hat sie denn Angst? Wenn sie stirbt kommt sie doch in die Ewigkeit, was besseres kann ihr doch nicht passieren?! UFF...... das fand ich in diesem Moment zwar krass, aber wenn ich so drüber nachdachte, dann hatte er recht. Ein Ort ohne Leid, ohne Schmerz, ohne Hass, ohne Krankheiten, ohne Neid, nur Freude, Liebe, Erfüllung und ewige Herrlichkeit. Was ein Menschenauge noch nie erblickt.... Und als ich gerade schrieb, ich hatte Todesangst... ja... da erinnerte ich mich, ich hatte doch Angst. Angst mit offenem Schädel in einem Operationssaal zu sterben. Meine Kinder das letzte Mal im Krankenhaus gesehen zu haben und nicht an einem schönen Ort. Wenn dann möchte man doch, das man in guter Erinnerung bleibt und nicht in einem Bett im Krankenhaus. Nun........ jetzt schmerzt nicht nur mein Arm, sondern auch mein Rücken und mein Hinterteil. Es ist 23.42Uhr und ich könnte glaub ich die ganze Nacht durchtippen... Aber nun kann ich vor Schmerzen einfach nicht mehr. Ich muss jedes zweite Wort neu tippen, weil meine Hände vor Schmerz nicht mehr das machen, was ich möchte. Also bin ich erstmal froh und dankbar, das ich es erstmal bis hierher schaffte. Und wieder einmal schrieb ich ganz etwas anderes, als ich eigentlich schreiben wollte. Also hoffe ich, das es bald weitergeht. Ich umarme dich die / der an mich denkt, die / der krank ist,oder mitfühlt und betet... Danke. Herzlichst, deine Sandi Balandi
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